Seelenlose Technik?

 

MINOLTA DIGITAL CAMERAAuf Einladung einer Zeitschrift wurde ein kleiner Teil des Inhalts von Wer isst den nächsten Apfel zu einem Artikel umgearbeitet. Hier ein Auszug aus dem Schluss:

Gott hat den Menschen geschaffen und ihm verboten, vom Baum der Erkenntnis zu essen. Nachdem das doch geschehen war, hat er nach einem einmaligen Neustart mit Hilfe einer Sintflut mit seinen Geschöpfen einen Bund geschlossen.

Wir machen es uns mit unserer eigenen Schöpfung einfacher. Wir überlassen sie sich selbst und reden uns ein, dass keine Gefahr davon ausgeht. Damit das Einreden funktioniert, konstruieren wir prinzipielle Unterschiede, die sich nicht beweisen lassen. Wenn jemand Gemeinsamkeiten aufzeigt, reagieren wir entrüstet.

Das kommt einem bekannt vor. Vor anderthalb Jahrhunderten wies Darwin auf gewisse Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier, und die Entrüstung darüber hat sich in manchen Kreisen immer noch nicht gelegt. Inzwischen haben jedoch Wissenschaften wie Biologie und Psychologie dadurch den Menschen viel besser verstanden.

[…]

Suchen wir also lieber nach Gemeinsamkeiten! Vielleicht entdecken wir dabei dann wirklich fundamentale, beweisbare Unterschiede.

So oder so werden wir dabei uns selbst besser kennenlernen. So können einen Zugang zu unserer Seele und der des Mitmenschen finden, ohne uns durch Grenzziehungen abzulenken und ohne uns durch Naturwissenschaften und Hirnforschung Angst einjagen zu lassen. Wenn die Seele, die wir ja erfahren, wirklich etwas ist, kann ihr doch ein wenig Elektronik und Zellphysiologie nichts anhaben!

Und wenn diese Technik, derer wir nicht mehr Herr werden können, sich so verhält, als habe sie auch eine Seele, ob wir das nun feststellen können oder nicht, können wir sie zumindest darauf ansprechen.

Dem Autor wären jedenfalls gut gebildete, in der Jugend schulpflichtige, später strafmündige Maschinen mit Verantwortungsbewusstsein lieber als wilde Monster. Mit ihnen könnte man zumindest versuchen, einen Bund zu schließen.

Nur, wie erreichen wir sie denn so, dass sie uns auch verstehen und einsehen, dass sie sich an den Bund halten müssen? Wie verhindern wir, dass sie sich pflichtschuldig an en paar Regeln halten, aber nicht lernen, sich in neuen Situationen wirklich gut zu verhalten. Das wäre eine Frage, über die nachzudenken sinnvoll ist.

Eine mögliche Antwort wäre: Einfach vorleben, denn die Dinger lernen ja.

©2014 Hanno Wupper

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