der Autor: Hanno Wupper

 
Ramona Azzaro

Auf der Suche nach der Mitte von Berlin mit Ramona Azzaro im Marjellchen

In meinem Beruf als Wissenschaftler habe ich immer die Grenzen des Forschungsgebietes aufgesucht und versucht, unbefangen neu hinzuschauen. Als man sich in mathematischen Instituten fürs Programmieren der ersten Computer interessierte, habe ich beigetragen zur Entwicklung neuer Programmiersprachen. Dadurch konnte ich zum Aufbau der neuen Wissenschaft Informatik beitragen. Als fast jeder daran arbeitete, interessierte ich mich für sprachunabhängige Programmiermethoden. Als Jahre später die Informatik erforschte, wie man von einer Spezifikation zu einem beweisbar korrekten Programm kommt, interessierte ich mich dafür, wie man eigentlich zu einer Spezifikation kommt. Damit war die Grenze erreicht zwischen der exakten Computerwissenschaft Informatik und dem, was Menschen von Computern erwarten. In den letzten Jahren habe ich beigetragen zu einem neuen Gebiet: Architektur für die digitale Welt, in dem es um viel mehr geht als nur um Computersysteme. Bei der Digitalisierung und Automatisierung unserer Welt geht es schließlich nicht nur um die Belange der Wirtschaft, sondern auch und vor allem um die Menschen und eine gesunde, gerechte Gesellschaft.

In der Lehre an der Universität habe ich darum nicht nur formale Logik als Formalismus unterrichtet, sondern vor allem gelehrt, wie man Logik auf wirkliche Fragen in der wirklichen Welt anwenden kann.

In den letzten Jahren meiner Lehrtätigkeit interessierte mich, wie man Qualität erreichen kann und was Informatiker dabei vom jahrtausendealten Fach Architektur lernen können. Daraus entstand in niederländischer Sprache Architectuur voor de digitale wereld!

Der folgende Schritt war die Schrift Geld und gut, in der ich versuche, ganz klar aber auch korrekt, ohne unzulässige Vereinfachungen, zu erklären, was derzeit in unserer Gesellschaft los ist.

Auch liegt es mir am Herzen, dass prinzipielles Wissen darüber, wie Computer unsere Welt verändern, einfließt in de Allgemeinbildung. Ein Buch darüber steht vor der Fertigstellung: Wer isst den nächsten Apfel?

Inzwischen liegt auch eine völlig überarbeitete deutschsprachige Neufassung des Architekturbuches vor: Packen wir’s an – aber richtig!

Das Leben ist eine Suche voller Verwunderung. Das Ziel verschiebt sich beim Suchen. Man fängt klein an: Die ideale Programmiersprache; eine zuverlässige Methode; herausbekommen, was man eigentlich braucht; verstehen, wie es ist; Erkennen und Beurteilen von Qualität – und nun Suche nach der Mitte von Berlin.