Querdenkerei

 

Hanno WupperWir leben in einer Zeitenwende. Wer gut hinschaut, erkennt, dass ein neues Zeitalter mit anderen Normen und Werten dabei ist, zu beginnen. Aber derzeit ist nicht sicher, wie ein einigermaßen sanfter Übergang ohne Katastrophen und Kriege möglich ist. Menschen, die helfen wollen, Katastrophen zu vermeiden, müssen sich finden, bevor es zu spät ist, neue Netzwerke bilden und als Multiplikatoren mehr Menschen erreichen.

Wir beschrieben einleitend die Symptome der herrschenden gesellschaftlichen Krankheit.

Drei Symptome

Egal, um welches Problem es geht (Migranten, Griechenland, Euro, Banken, Finanzmärkte, Klima, Gleichberechtigung, Tierschutz, …), drei Symptome erschweren in den letzten Jahren zunehmend, gemeinsam nach guten Lösungen zu suchen.

1. Neugierverlust. Nur das, was man schon durch und durch versteht oder zu verstehen glaubt und nützlich findet, zählt. Im Wissenschaftsbetrieb findet fast nur noch deduktive Forschung statt: man generiert neue Artikel auf der Basis von bestehenden Artikeln. Forschungsgebiete, über die man noch fast nichts weiß, werden misstrauisch betrachtet und haben es schwer. Um Gebiete, in denen man noch nicht weiß, welche Fragen man eigentlich stellen muss, kümmert sich niemand mehr außer einigen Spinnern. Im politischen Betrieb zählt nur noch, was sich direkt eindimensional in Geld ausdrücken lässt. Das gilt zunehmend auch für das Bildungssystem: dort ist kurzfristige wirtschaftliche Rentabilität oder vermeintliche Rentabilität der Maßstab.

2. Scheuklappen. Man optimiert seine Angelegenheiten auf dem kleinen Ausschnitt, für den man verantwortlich gemacht wurde. Das Ganze hat kaum noch jemand im Blick. In vielen Bereichen verhalten sich Entscheidungsträger wie heutige Helpdesk-Mitarbeiter: die sind ja nicht nicht davon durchdrungen und nicht dafür ausgebildet, dass sie helfen müssen, das Problem zu lösen, das der Kunde wirklich hat. Sie werden danach abgerechnet, wie viele Telefongespräche sie pro Tag ohne Ärger zu Ende bringen. So baut man je nach Kompetenzbereich neue Zäune, erlässt Gesetze oder gibt Kredite, weil man das kann, ohne sich dafür zu interessieren, was das an einer anderen Stelle der Welt für Auswirkungen hat.

3. Kampf. Man ist sehr gerne entrüstet über andere. Medien hetzen Menschen gegeneinander auf. Menschen lassen sich gern gegeneinander aufhetzen und beschäftigen sich mit Montagsdemonstrationen und shitstorms. Statt gemeinsam die Wahrheit oder wenigstens begründete Kompromisse zu suchen, ergeht man sich mit Gleichgesinnten in seiner Subkultur und beschimpfte alle, die anders denken oder auch nur andere Fragen stellen. Man fragt den anderen nicht, was er denn eigentlich meint, sondern behandelt ihn als Feind, sobald er nicht genau die gleiche Sprache spricht wie man selbst.

Diese drei Symptome verstärken sich gegenseitig und werden immer ausgeprägter. Die Politik steht in ihrem Bann, und wenn neue Parteien entstehen, weil die alten versagen, verstärken die nur den traurigen Zustand. Gleichzeitig verändert sich die Welt, und die Wissenschaften halten kaum Schritt mit den Veränderungen. Es gibt immer weniger Raum für Denken, das nicht im Bann dieser drei Symptome steht.

Was kann man machen? Bitte klicken Sie weiter!

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