Geld und gut

 


„Wie ist der ständige Strukturwandel in der Wirtschaft besser zu bewerkstelligen?“

„Wie sichern wir ein vernünftiges Verhältnis von Kapital und Arbeit?“

„Welche Rolle soll der Staat in der Wirtschaft der Zukunft übernehmen?“

imagesSolche Fragen stellte A. Herrhausen, Chef der Deutschen Bank, im Jahr 1984.

Er wies auch einen Weg:

„In der Wirtschaft wird es immer weniger möglich sein, spezielle Anforderungsprofile oder Stellenbeschreibungen dauerhaft zu zementieren. Vielmehr erfordert die Wirtschaft von morgen Flexibilität, Kreativität, Motivation und Lernfähigkeit.“

„Bedauernswert ist, dass die deutsche Wirtschaftswissenschaft keine führende Rolle in der Welt einnimmt. Sie rezipiert mehr, als dass sie Neues schafft.“

„Wir brauchen mehr umfassend gebildete Menschen.“

Fünf Jahre danach wurde Herrhausen ermordet. Anders als er sich wünschte, besetzen statt umfassend gebildeter Menschen immer mehr Spezialisten die Schlüsselfunktionen. Und nun weiß niemand mehr, wie wir die finanzielle Krise meistern können.

Mitarbeiter von Banken haben es besonders schwer. Sie müssen sich professionell einstellen auf eine Zukunft, in der vielleicht alles anders wird. Sie müssen befürchten, dass ihr eigener Arbeitgeber in Schwierigkeiten kommt. Und zu all dem müssen sie das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.

Sicherheiten, wie der finanzielle Sektor sie früher kannte, gibt es heute nicht mehr. Wer wissen will, wie er jetzt konkret handeln soll, damit alles gut geht, wird bei Wirtschaftswissenschaften und Ideologien keine tragfähigen Antworten finden. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik muss lernen, mit Unsicherheit umzugehen.

Das beginnt damit, dass wir lernen, die richtigen Fragen zu finden, statt mit schnellen Antworten in Aktionismus zu verfallen. Wir müssen lernen, genauer hinzuschauen, nicht nur auf die eigene berufliche Aufgabe, sondern auch auf größere Zusammenhänge. Wir müssen lernen, auch auf unbequeme Stimmen zu hören. Wir müssen selbst Orientierung finden, statt Meinungen ungeprüft zu übernehmen.  Nur so können wir in Zukunft glaubhaft bleiben.

Baukasten für ein Seminar

Vier Themen ergänzen sich:

Rationalität. Trennscharfes, vorurteilsfreies und korrektes Denken. Wie schützen wir uns vor Denkfehlern?

Integrität. Vom Teil zum Ganzen. Wann setzen wir die Scheuklappen besser ab?

Ethik. Grundlagen unserer Entscheidungen. Worauf kommt es an und wer sagt uns das?

Zukunft. Ein zweites Computerzeitalter. Wer trägt demnächst Verantwortung?